Wie kann es passieren?

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Wie kann es passieren?

Wer kennt das nicht: Man sucht die neuesten Musikclips, benötigt  Software, ein Kochrezept oder Vorlagen für Bewerbungsunterlagen.

Glücklicherweise hält das Internet all dies bereit – üblicherweise sogar kostenlos.
Suchmaschinen liefern in Bruchteilen einer Sekunde das Gewünschte.

Doch Vorsicht: Man könnte in einer Abo-Falle gelandet sein. Wer nicht genau hinsieht, hat mit ein paar Klicks gegen seinen Willen ein kostenpflichtiges Abonnement – meist über 24 Monate – abgeschlossen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man aufgefordert wird, sich nur schnell auf der Seite anzumelden, den Namen zu nennen und die Nutzungsbedingungen mit einem Haken zu akzeptieren. Das Tückische an diesen Seiten ist, dass ähnliche Angebote tatsächlich kostenlos im Netz erhältlich sind und man im Internet nicht ohne weiteres mit einem kostenpflichtigen Angebot rechnet. Zudem versuchen die Betreiber solcher Abo-Fallen mit allen Mitteln, diese Gutgläubigkeit der Nutzer aufrechtzuerhalten. Auf keinen Fall darf der User misstrauisch werden.

Allen Internetkostenfallen ist gemeinsam, dass sich der Verbraucher mit Name und Anschrift anmelden muss; erst danach schnappt die Falle zu. Tatsächlich kostenlose Angebote im Internet, seien es Kochrezepte oder kostenlose Software, benötigen natürlich nicht den Namen oder die Anschrift des Verbrauchers. Bei genauem Hinsehen kann man feststellen, dass es sich hier um ein kostenpflichtiges Abonnement handelt.

Die Anbieter bedienen sich dabei einer Reihe von Maschen:



Manchmal wird der Preis nur (sehr) kleingedruckt angegeben. Gegenüber dem reißerischen Angebot fällt er kaum ins Auge. In dem rechten Beispiel befindet sich der Kostenhinweis am oberen Rand.

Hier befindet sich die Preisangabe rechts neben der Anmeldemaske, wo man auf Gratisseiten entweder Werbung oder Produktinformationen findet und deshalb nicht so genau hinsieht. So wird der Blick durch die Gestaltung der Seite bewusst von dem Preis abgelenkt. Der Preis selbst wird dann meist in einen Text eingebettet und ist selbst bei näherem Hinsehen nur schwer zu erkennen.

Besonders hinterhältig ist es, wenn der Preis und die Währung nur in Worten ausgeschrieben werden. Denn das fällt in einem Text weniger auf als eine Ziffer, bei der man ohnehin schneller an Geld denkt.

Oder die Preisangaben werden erst unterhalb des Anmeldebuttons angebracht, wohl wissend, dass sie auf einem Standartbildschirm erst zu sehen sind, wenn man die gesamte Seite herunter scrollt.

Andere unseriöse Anbieter unterlassen es völlig, auf der Anmeldeseite Preise anzugeben. Stattdessen werden diese wichtigen Informationen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) untergebracht, häufig sogar gut verborgen unter einer Vielzahl anderer Klauseln. Hierbei machen sich die Betreiber den Umstand zunutze, dass Internetuser sich üblicherweise gar nicht die Zeit nehmen, die sehr umfangreichen Nutzungsbedingungen zu lesen. Viele akzeptieren die AGB einfach, ohne sie sich vorher durchgelesen zu haben.

Manchmal befindet sich der Preis auch gar nicht auf der "Lockseite" eines Anbieters. Sie soll nur als Köder dienen, um den Internetnutzer von dort auf eine kostenpflichtige Seite umzuleiten. Der Verbraucher merkt es oft gar nicht, da auf der ersten Seite das Angebot gratis war. Wenn er sich nach Erhalt einer Rechnung beim Anbieter beschweren will, ist die Gratisseite oft nicht mehr auffindbar. Der Anbieter hat sie einfach abgeschaltet, und der Verbraucher steht ohne Beweis da.

Nach einem ähnlichen Prinzip handeln die „Trittbrettfahrer“ unter den Betreibern von Abo-Fallen: Sie machen sich den guten Ruf einer Gratisseite zunutze und verwenden eine Webadresse, die der einer seriösen Gratisseite zum Verwechseln ähnlich ist.

Besonders hinterhältig sind auch kostenlose Probe-Abonnements. Der Verbraucher darf das Angebot zunächst vier Wochen kostenlos nutzen. Aber er steckt dabei schon mitten in einem Vertrag – ohne es zu merken. Wenn er nicht rechtzeitig kündigt, dann verwandelt sich der kostenlose Test des Angebots automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement. Genau darauf spekulieren die Anbieter dieser Masche.

Achtung: Ab dem 01.08.2012 tritt das Gesetz über die sogenannte Button-Lösung in Kraft. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier. Es bleibt abzuwarten, ob und inwieweit Betreiber von Abofallen weiter versuchen werden, Preisangaben zu verschleiern und Verbraucher zu täuschen.

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