Wenn Inkasso-Unternehmen oder Rechtsanwälte einschreiten

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Wenn Inkasso-Unternehmen oder Rechtsanwälte für den Betreiber der Abo-Falle einschreiten

Die meisten Privatleute haben nie in ihrem Leben persönlich etwas mit einem Gericht zu tun. Und nur sehr selten kommt es vor, dass sie eine Mahnung erhalten. Deshalb reagieren die meisten schockiert und verängstigt auf Mahnschreiben, in denen Inkassounternehmen drastische Zwangsmaßnahmen bis hin zur Lohn- oder Kontopfändung ankündigen.

Ein Übriges bewirkt die Androhung einer Kostenlawine, die einen anfangs eher geringen Geldbetrag ins Unermessliche anwachsen lässt. Zutiefst verunsichert und eingeschüchtert werden Forderungen selbst dann noch beglichen, wenn sie als unberechtigt angesehen werden.

Diesen Umstand machen sich zunehmend zwielichtige Anbieter zunutze, um rechtlich höchst zweifelhafte oder gar haltlose Forderungen gegenüber Verbrauchern durchzusetzen. Durch die Einschaltung von Inkassounternehmen – oder gelegentlich auch Rechtsanwälten – wird massiver Druck auf die Opfer ausgeübt, um aus der Ratlosigkeit oder Verzweiflung Profit zu schlagen.

Nicht nur, dass Firmen aus dem EU-Ausland ihre Forderungen durch deutsche Inkassounternehmen geltend machen; auch ausländische Schuldeneintreiber tummeln sich mittlerweile auf dem deutschen Markt.

Das sollten Sie über Inkassounternehmen wissen, um sich gegen unberechtigte Forderungen zur Wehr zu setzen:

1. Was sind Inkassounternehmen?
Inkassounternehmen sind nichts anderes als gewerbliche Schuldeneintreiber. Sie werden von den Auftraggebern dafür bezahlt, dass sie Geld einfordern.
2. Was dürfen Inkassounternehmen?
Entgegen dem Anschein, den sich manche Inkassounternehmen geben, sind sie keineswegs rechtlich in der Lage, aus eigener Macht selbständig ein Konto zu pfänden oder Gerichtsvollzieher auf Schuldner zu hetzen. Sie sind lediglich berechtigt, Forderungen geltend zu machen und möglicherweise am Ende eines längeren Prozesses die Zwangsvollstreckung aus einem rechtskräftigen „Titel“ zu veranlassen. All dies setzt jedoch voraus, dass das Unternehmen sich hat registrieren lassen
3. Wann muss ein Verbraucher die Inkassokosten tragen?
Ob und in welcher Höhe die Kosten des Inkassounternehmens auf den Verbraucher abgewälzt werden können, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Grundsätzlich besteht jedoch keine Zahlungsverpflichtung, wenn Sie sicher sein können, keine vertragliche Beziehung mit demjenigen zu haben, in dessen Auftrag eine Forderung eingetrieben wird.
4. Mahnung vom Inkassounternehmen oder Rechtsanwalt – Was ist zu tun?
Einen kühlen Kopf zu bewahren ist das Wichtigste. Noch bevor Sie klären, ob die Ihnen gegenüber geltend gemachte Forderung berechtigt ist, gilt es zu prüfen, ob das Inkassounternehmen bzw. der Rechtsanwalt überhaupt den Auftrag erhalten hat, die fremde Forderung bei Ihnen anzumahnen.

Die schlichte Behauptung, hierzu beauftragt worden zu sein, erfüllt die gesetzlichen Erfordernisse keineswegs. Stattdessen ist der Nachweis durch eine schriftliche Vollmacht zu erbringen, die mit einer lesbaren Unterschrift auch den Aussteller erkennen lässt. Diese schriftliche Vollmacht ist im Original vorzulegen, d.h. eine Fotokopie oder eine von einem Rechtsanwalt „beglaubigte Abschrift“ genügen nicht. Ebenso wenig reicht es aus, wenn der Rechtsanwalt „die ordnungsgemäße Bevollmächtigung anwaltlich versichert“.

Ihr erstes (und möglicherweise einziges) Schreiben an die Gegenseite könnte zum Beispiel folgenden Wortlaut haben:


„Sie haben Ihre Bevollmächtigung nicht ordnungsgemäß nachgewiesen und mir keine schriftliche Vollmacht im Original vorgelegt, die auch den Namen des Ausstellers erkennen lässt. Bereits aus diesem Grund weise ich Ihr Schreiben zurück.“

Hierauf sollten Sie unbedingt bestehen. Denn es ist doch erstaunlich, dass diejenigen, die von sich selbst behaupten, das Recht auf ihrer Seite zu haben, und Verbraucher mächtig unter Druck setzen, nicht einmal die eindeutige Regel des § 174 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) befolgen.

Erstaunlich ist allerdings auch, wie häufig sich die Angelegenheit durch die Frage nach der Vollmacht erledigt, weil es den Schuldeneintreibern zu mühsam wird und sie wohl eher auf das schnelle Geld aus sind.

5. Der Schuldeneintreiber geht auf meine Argumente überhaupt nicht ein, sondern schickt weitere Mahnungen mit immer höheren Kosten. Wo soll das noch enden?
Einer solchen Zermürbungstaktik, die gern auch mit der Drohung immer weiterer Zwangsmaßnahmen oder teurer „Vergleichsangebote“ verbunden wird, können Sie die kalte Schulter zeigen. Vorausgesetzt: Sie haben sich mit der Rechtslage vertraut gemacht und der Gegenseite die Gründe für Ihre Zahlungsverweigerung genannt. Danach brauchen Sie sich nicht mehr zu äußern. Alles andere wäre ohnehin vergebliche Liebesmüh, weil die Gegenseite nicht an Ihrer Meinung, sondern an Ihrem Geld interessiert ist.


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