Der Mahnbescheid und das gerichtliche Mahnverfahren

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Der Mahnbescheid und das gerichtliche Mahnverfahren

Wenn ein gerichtliches Mahnverfahren gegen Sie eingeleitet worden sein sollte, müssen Sie aktiv werden. Es wäre mehr als leichtsinnig, den gerichtlichen Mahnbescheid einfach zu ignorieren. Allerdings legen es manche Inkassounternehmen auch in diesem Zusammenhang auf Verwechselungen an. Deshalb sollten Sie zum gerichtlichen Mahnverfahren und den möglichen weiteren Entwicklungen Folgendes wissen:
   
Ein Mahnbescheid wird von einem Gericht zugestellt. Es handelt sich um ein von der Gegenseite ausgefülltes Formular, das vom Gericht ohne ausführliche rechtliche Prüfung an Sie weitergeleitet wird. Deshalb bedeutet die Zustellung des gerichtlichen Mahnbescheids noch lange nicht, dass die geltend gemachte Forderung rechtens ist. Letztlich hat ein Rechtspfleger am Gericht lediglich geprüft, ob das Antragsformular auf Erlass eines Mahnbescheides richtig ausgefüllt worden ist.
 
Die mit dem Mahnbescheid vom Gericht übersandten Unterlagen sollten Sie sehr sorgfältig lesen, gegebenenfalls noch einmal rechtlichen Rat einholen und entscheiden, ob Sie Widerspruch einlegen. Hierfür ist gesetzliche Frist 14 Tage. Ein entsprechendes Formular erhalten Sie mit dem Mahnbescheid. Sie brauchen es lediglich anzukreuzen, zu unterschreiben und an das Gericht zurückzusenden.
 

Wenn die Gegenseite dann immer noch auf ihrer Forderung bestehen sollte,...

...müsste sie anschließend eine Klage beim Gericht einreichen. Das wird sie allerdings nur dann tun, wenn sie davon überzeugt ist, die gerichtliche Auseinandersetzung auch gewinnen zu können. Denn abgesehen davon, dass die klagende Partei einen nicht unerheblichen Vorschuss für Gerichtskosten zahlen muss, besteht für sie in dem Klageverfahren auch das Risiko, dass der Streit verloren geht, weil die Rechtslage z.B. eindeutig ist oder Ihre Argumente das Gericht überzeugen.
 
Vor diesem Hintergrund nutzen manche Rechtsanwälte das gerichtliche Mahnverfahren durchaus als „Versuchsballon“, um die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher auf die Probe zu stellen. Mit der Einlegung des Widerspruchs durch den Verbraucher könnte der Streit durchaus schon sein Ende finden, wenn keine Klage eingereicht wird. Hierauf ist jedoch kein Verlass. Deshalb sollten sich Verbraucher fachkundig beraten lassen.
 
Falls Sie gegen einen Mahnbescheid keinen oder nicht rechtzeitig Widerspruch einlegen, kann das Gericht auf Antrag der Gegenseite einen Vollstreckungsbescheid erlassen. Auch der muss Ihnen zugestellt werden. Auch hiergegen haben Sie ein Rechtsmittel, den Einspruch. Für ihn gilt im Prinzip das oben Gesagte.
 
Wenn Sie gegen einen Vollstreckungsbescheid nichts unternehmen, wird er rechtskräftig. Ebenso wie mit einem rechtskräftigen Urteil könnte die Gegenseite dann – und erst dann! – die Zwangsvollstreckung gegen Sie betreiben, falls Sie nicht von selbst die rechtskräftig festgestellte Forderung begleichen sollten. – Aber dazu muss es ja nicht kommen, wenn Sie sich rechtzeitig schlau machen.

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